Lebenskolloquium Glaube und Alltag

 

Glaube als gelebte Grundkraft der Wirklichkeits-, Sinn- und Bedeutungsorganisation

Wie Glaube unser Erleben, Entscheiden und Handeln im Alltag strukturiert – jenseits von Religion als Institution

 

 

Eine fünfteilige Reise durch die innere Organisation unserer Wirklichkeit

Jeder Mensch lebt aus einem Glauben. Nicht im Sinne einer bestimmten religiösen Zugehörigkeit, sondern als grundlegende Weise, Wirklichkeit zu verstehen.

Glaube beschreibt die Ebene, auf der Menschen Bedeutung entstehen lassen, Erfahrungen einordnen und Orientierung entwickeln. Er prägt, was wir für wahr, vertrauenswürdig und bedeutsam halten und beeinflusst dadurch unser Erleben, Entscheiden und Handeln im Alltag.

Das Lebenskolloquium betrachtet Glaube als Grundstruktur menschlicher Wirklichkeitsbildung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Realität innerlich entsteht, wie Erfahrung sich organisiert und wie daraus Orientierung, Handlung und Sinn entstehen.

Wie fünf Finger einer Hand entfalten fünf Termine als zusammenhängende Bewegung: Wahrnehmung → Sprache → Geschichte → Vertrauen → Sinn und machen sichtbar, wie Glaube im Alltag wirkt.

Sie zeigen, wie gelebte Realität entsteht, sich sprachlich stabilisiert, als persönliche Erfahrungsgeschichte organisiert wird, in Handlung übergeht und sich als Sinnzusammenhang verdichtet.

Ziel ist eine zunehmende Wahrnehmung der eigenen inneren Organisationsprozesse im Alltag sowie ein bewussterer Umgang mit den eigenen Bedeutungs- und Glaubensstrukturen.

Jeder Termin verbindet:

  • theoretische Klärung: Was passiert hier?
  • Alltagsbezug: Wo begegnet uns dieses Phänomen im täglichen Leben?
  • Transfer: Wie kann sich unser Handeln verändern?

Die fünf Ebenen gelebter Wirklichkeitsbildung

1. Wahrnehmung:

Glaube als unsichtbare Wirklichkeitsstruktur

Unsere Wahrnehmung bildet Realität nicht einfach ab. Sie entsteht innerhalb eines inneren Rahmens aus Erfahrungen, Erwartungen und Bedeutungen.

Dieser Termin führt in Glaube als Grundkraft der Bedeutungsbildung ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Wahrnehmung entsteht und warum Realität nie neutral, sondern immer interpretiert ist.

Im Mittelpunkt:

  • Sprache als Ausdruck von Glauben
  • automatische innere Regeln
  • Sprachmuster und ihre Wirkung auf Emotion und Handlung
  • Entstehung von inneren Regeln und Selbstbegrenzungen

Alltagstransfer: Wo nehme ich Realität als gegeben wahr, obwohl sie bereits interpretiert ist?

 

Montag, 10.8. 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster-Academie Eberbach


2. Sprache:

Glaube als sprachliche Organisation von Erfahrung: Sprache, innere Regeln und Glaubenssätze

Sprache ist der Weg, über den innere Glaubensstrukturen sichtbar werden. Sie bildet die äußere Form innerer Ordnungsprozesse.

Worte strukturieren, wie Erfahrungen benannt, verstanden und wiederholt werden. In Sprache zeigt sich, welche Bedeutungen sich verfestigen und welche inneren Regeln unser Erleben beeinflussen.

Im Mittelpunkt:

  • Sprache als Ausdruck von Glauben
  • automatische innere Regeln
  • Sprachmuster und ihre Wirkung auf Emotion und Handlung
  • Entstehung von inneren Regeln und Selbstbegrenzungen

Alltagstransfer: Wie spreche ich über mich, andere Menschen und die Welt und was erzeugt diese Sprache in meinem Leben?

 

Montag, 14.9. 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster Academie Eberbach


3. Geschichten:

Glaube als Organisation von Erfahrung über Zeit: Die Geschichten, in denen wir leben

Menschen leben in narrativen Bedeutungsstrukturen, nicht in reinen Faktensammlungen.

Erfahrungen verbinden sich zu inneren Verläufen. Diese Geschichten schaffen Kontinuität, Identität und Orientierung. Sie beeinflussen, wie neue Situationen verstanden werden und welche Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden.

Im Mittelpunkt:

  • Glaubenssätze als „Drehbuchlogik“
  • Identität als erzählte Struktur
  • Stabilität durch Wiederholung von Bedeutung

Alltagstransfer: Welche Geschichte erzähle ich über mich und welche Möglichkeiten entstehen oder verschwinden dadurch?

Montag, 12.10. 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster Academie Eberbach


4. Vertrauen:

Wissen, Vertrauen und Entscheidung im Ungewissen: Glaube als Grundlage von Handlung

Handeln entsteht immer in Situationen, die nicht vollständig vorhersehbar sind.

Glaube wird dort sichtbar, wo Wissen endet und Vertrauen notwendig wird. Vertrauen bildet die innere Struktur, durch die Entscheidung, Bewegung und Orientierung möglich werden.

Im Mittelpunkt:

  • Wissen und Glaube
  • Wahrheit als mehrschichtiges Konstrukt
  • Vertrauen als Grundlage von Handlung

Alltagstransfer: Wo handle ich nicht, obwohl ich etwas weiß und welche Form von Vertrauen fehlt dort?

Montag, 9.11. 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster Academie Eberbach


5. Sinn:

Glaube als Zusammenhalt von Erfahrung: Sinn, Kohärenz und tragfähiger Glaube im Alltag

Erfahrungen verbinden sich zu Zusammenhängen, die als sinnvoll erlebt werden. Sinn entsteht dort, wo Erlebnisse als verbunden, nachvollziehbar und stimmig erfahren werden.

Diese Kohärenz verbindet Wahrnehmung, Sprache, persönliche Geschichte und Handlung miteinander.

Der Fokus liegt auf einem tragfähigen und flexiblen Glaubensverständnis, das Orientierung im Alltag ermöglicht.

Im Mittelpunkt:

  • Wissen und Glaube
  • Wahrheit als mehrschichtiges Konstrukt
  • Vertrauen als Grundlage von Handlung

Alltagstransfer: Wie entsteht für mich ein Gefühl von Stimmigkeit und was unterbricht es?

 

Montag, 14.12. 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster Academie Eberbach